LEGO Home Maker: Puppenstuben aus Klemmbausteinen


Als Vintage-LEGO-Sammler fallen mir immer wieder Sets in die Hände, die ich vorher noch nie gesehen habe. Wie zum Beispiel diese fünf LEGO-Home-Maker-Sets, die gerade vor mir auf dem Tisch stehen.

Sie kommen von Elias, dessen Mutter Beate neulich beim Aufräumen ganz viele Bausteine gefunden hat. Wie toll ist es, wenn plötzlich Spielzeug aus der Kindheit wieder auftaucht.

Die Anleitungen sind im Laufe der Zeit leider abhandengekommen, sodass Beate zunächst nicht mehr ganz bewusst war, welche Sets sich hinter den ganzen Teilen verstecken.

Elias improvisierte mit den Bausteinen und schickte uns Bilder, mit der Frage, ob wir Lust hätten, ein Review dazu zu machen. Elias und Beate folgen regelmäßig unserem YouTube-Kanal und mögen alte LEGO-Sets genauso gern wie wir.

Als mich das Postpaket mit den Bausteinen erreichte, begann ich zu recherchieren. Heute nehme ich Euch mit auf eine kleine Reise in die wirklich tolle Home-Maker-Serie von LEGO.

Viele Grüße und vielen Dank an Elias und Beate!

 

Wann gab es LEGO-Home-Maker-Sets?

Bei der Beantwortung der Frage hilft uns Brickset. Dort sind die insgesamt 32 Baukästen gelistet.

LEGO brachte die Home-Maker-Sets zwischen 1971 und 1982 auf den Markt. Das zweite Set der Serie habe ich sogar vor mir auf dem Tisch stehen. Es ist die Puppenküche (LEGO 261). Dazu weiter unten gleich mehr.

Die Puppenküche von Lego ist super zum Spielen geeignet. Kinder können sie einfach umbauen und mit anderen Sets erweitern. Eine tolle Idee.

1982 kam das letzte Set der Serie auf den Markt. Es ist das Klassenzimmer (LEGO 5235). Hier mal ein Fotos aus dem LEGO Collectors Guide:

Der Collectors Guide zeigt das seltene Set mit Originalkarton.

Bevor wir uns die fünf Sets von Beate genauer ansehen, muss ich erst ein bisschen über die ziemlich spannende Idee philosophieren, aus LEGO-Steinen Puppenstuben und Möbel zu bauen.

 

Wie passen Puppenstuben und Klemmbausteine zusammen?

Das geniale an LEGO-Steinen ist die Möglichkeit, immer neue Dinge zu bauen. Die Dänen erkannten Anfang der 70er-Jahre, dass man auch Puppenmöbel und Einrichtungsgegenstände aus Bausteinen zusammenstecken kann.

Puppenstubenmöbel aus Lego-Steinen. Die Idee entstand in der 70er und ist einfach genial. Auf dem Bild zu sehen sind Lego-Elemente, die sich immer wieder neu und sehr variabel zu Möbeln zusammenstecken lassen.

Puppenstuben haben in der Spielzeug-Geschichte eine lange Tradition. Die Geschichte der Puppenstube geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Sowohl Mädchen als auch Jungen können damit spielen und soziale Interaktionen aus dem Umfeld der Familie nachstellen.

Der Vorteil gegenüber starren Puppenmöbeln von anderen Herstellern ist, dass man Möbel aus LEGO auseinandernehmen und umbauen kann.

Aus einem Stuhl wird ein Schrank, aus einem Tisch wird ein Sofa und so weiter.

Außerdem kann man mit weiteren Klemmbausteinen, die man in der Wühlkiste findet, noch mehr Möbel bauen. Eine echt kreative Sache, wie ich finde.

Eine Küchenzeile ist schnell gebaut aus Lego-Steinen. Im Bild öffnet eine Maxifigur aus Lego-Steinen einen Küchenherd und einen Schrank.

Das würde auch heute noch funktionieren. Man könnte nämlich auch moderne Küchen (mit Backofen auf Augenhöhe), Kochinseln oder modernen Sofalandschaften sehr einfach aus Klemmbausteinen bauen.

Oder was meint Ihr?

 

Die Maxifiguren: LEGOs Antwort auf Puppenstuben-Figuren

Puppenstuben brauchen neben Möbeln und Einrichtungsgegenständen natürlich auch Figuren zum Spielen.

1974 brachte LEGO deshalb einen sehr ikonischen Baukasten mit Maxifiguren heraus: LEGO-Set 200.

Das erste Set mit Lego-Maxifiguren mit der seltenen Originalbox. Die fünft Figuren wurden komplett aus Lego-Steinen gebaut.

Es war der erste Steckkasten mit Maxifiguren. Mir gefällt das Set sehr gut, weil es die Familie thematisiert. Mit dabei sind:

  • Oma
  • Mama
  • Papa
  • Mädchen
  • Junge

Allesamt in diesem schönen eckigen 70er-Jahre-Stil. Vielleicht mache ich zukünftig in unserem YouTube-Kanal auch mal ein Review-Video zu Set 200.

Wie lange gab es die Maxifiguren von LEGO eigentlich?

Beim Blättern im Collectors Guide habe ich Set mit den Maxifiguren in den Jahren 1974 bis 1982 gefunden.

Welche Home-Maker-Sets stehen gerade auf meinem Tisch?

Zu Beginn hatte ich ja bereits erwähnt, dass die Home-Maker-Sets von Beate den Weg zu uns gefunden haben.

Ich habe mir einen Nachmittag Zeit genommen und die Sets versucht anhand von speziellen Teilen und Stickern zuzuordnen. Dabei ist mir aufgefallen, dass einige Teile fehlen. Das ist aber gar nicht schlimm, denn LEGO-Steine können kreativ und variabel eingesetzt werden, sodass auch unvollständige Sets noch super bespielbar sind.

Lasst uns nun gemeinsam einen Blick auf die fünf Sets werfen, die gerade auf meinem Tisch stehen.

LEGO 261: die Küche von 1971

Diese schöne Küche brachte LEGO zum Start der Home-Maker-Serie 1971 auf den Markt.

Hier ein Bild aus dem Collectors Guide:

Im Collectors Guide ist das Bild der sehr seltenen Originalbox zu sehen.

Du hast Lust, die Küche nachzubauen? Die Bauanleitung gibt es hier: LEGO 261 selber bauen

Diese nette kleine Küche eignet sich super zum Spielen. Sie hat neben einigen Schränken und einem Tisch mit vier Hockern auch einen Kühlschrank, einen Herd mit Backofen und eine Spüle.

Wie Ihr unschwer erkennen könnt, habe ich die Küche etwas angepasst. Thema Modularität. Zu dem coolen Papp-Hintergrund komme ich gleich.

Küche aus Lego-Steinen aus dem Jahr 1971.

In Beates Set fehlen leider drei Hocker. Man könnte sie aber ganz einfach nachbauen. Außerdem sind im Laufe der letzten 50 Jahre auch die gelben Fliesen für die Küchen-Oberflächen abhanden gekommen.

Dafür sind im Konvolut genügend weiße Fliesen vorhanden, sodass ich einfach switchen konnte.

Das ist eben ein großer Vorteil von Möbeln, die aus LEGO gebaut werden.

Auf der blauen Grundplatte werden die Lego-Steine so angeordnet, dass eine schöne kleine Küche entsteht, die Mädchen und Jungen jederzeit einfach umbauen und erweitern können.

Schaut mal, wie toll die Maxifigur in die Küchenlandschaft passt.

Eine Küchenzeile ist schnell gebaut aus Lego-Steinen. Im Bild öffnet eine Maxifigur aus Lego-Steinen einen Küchenherd und einen Schrank.

In Beates Konvolut sind auch zwei Kulissen aus Pappe dabei. Sie sind sogar mit dem LEGO-Logo gebrandet.

Eine Kulisse aus Pappe für die Sets der Home-Maker-Serie. Der Fußboden ist gelb, die Wände sind weiß mit Bildern und einem Fenster und es gibt sogar eine Tür, die aus Pappe ausgeschnitten ist.

Leider habe ich dazu keine weiteren Informationen. Wahrscheinlich hat LEGO im Rahmen der Home-Maker-Serie diese Papp-Räume zusätzlich angeboten. Vielleicht sogar als Giveaway. Sie passen echt super und geben den Wohnwelten einen schönen Rahmen.

Wenn Ihr Hinweise dazu habe, dann schreibt es gern in die Kommentare.

LEGO 274: klassischer Fernseher mit Sessel, Fußbank und Tisch (1974)

Auch zu diesem Set gab es einen coolen Karton. Da er leider im Konvolut nicht mehr vorhanden war, zeige ich Euch hier ein Bild aus dem Collectors Guide:

Das Set im Collectors Guide anhand der seltenen Box gezeigt.

Die Anleitung gibt es übrigens hier: LEGO 274 selber bauen

Auch wenn der Röhrenfernseher mit einem Sticker realisiert ist, finde ich das Design echt cool. Das Bild auf dem TV erinnert mich ein bisschen an den Abendgruß beim Sandmännchen.

Auch hier fehlen ein paar Steine, wie Ihr gut erkennen könnt. Das tut der Spielfreude aber gar keinen Abbruch.

Zu sehen ist ein Fernseher im klassischen Look mit einem bequemen roten Sessel, einem kleinen Tisch und einer roten Fußbank. Alles Möbel sind aus Lego-Steinen gebaut.

Im Set enthalten ist auch ein roter Sessel, dessen Design mich an typischer 50er-Jahre Midcentury-Sessel erinnert. Echt cool.
Mit ein paar kleinen Umbaumaßnahmen kann man sogar eine Maxifigur in den Sessel legen.

Wohnzimmer-Szene aus Lego-Steinen. Zu sehen ist eine Figur aus Bausteinen, die bequem in einem Sessel liegt und Fernsehen schaut.

Sieht das nicht bequem aus?

Außerdem lässt sich Set 274 super mit der Schrankwand (LEGO 294) kombinieren.

LEGO 294: rote Schrankwand im Skandi-Look (1974)

Wer erinnert sich nicht an die großen Schrankwände von Oma und Opa?

Als ich Home-Maker-Set 294 das erste Mal gesehen habe, war ich gleich total geflasht.

Das Set abgebildet im Collectors Guide mit der sehr seltenen Box.

Auch hier fehlen ein paar Teile. Das ist aber überhaupt nicht schlimm. Die Bauanleitung habe ich übrigens hier gefunden: LEGO 294 selber bauen

In persönlich finde es auch nicht schlimm, dass in dem Set einige Sticker enthalten sind.

Alte Schrankwand aus roten Lego-Steinen. Sie versprüht einen herrlichen Oldschool-Charme in tollem Skandi-Look.

Und sie haben trotz des Alters von 50 Jahren gehalten. Die Aufkleber auf den Türen könnte man auch weglassen, obwohl das Dekor einen sehr heimeligen Skandi-Charme versprüht.

Dazu gesellen sich Radio, Uhr und ein Buch, die über Aufkleber gelöst sind.

Die rote Schrankwand lässt sich wie oben bereits gezeigt super mit Set 274 kombinieren

Und auch bei der Schrankwand ergeben sich viele Umbaumöglichkeiten. Getreu dem Motto von LEGO „Jeden Tag ein anderes Spielzeug“ lässt sich das Set zum Beispiel spielend in ein Sideboard und ein Bücherregal umbauen. Genial!

LEGO 295: Schreibtisch mit Schreibmaschine und Regal (1974)

Wie sah Mitte der 70er-Jahre ein Schreibtisch aus?

Set 295 gibt darauf eine Antwort.

Zu sehen ist die seltene Box des Sets abgebildet im Lego Collectors Guide.

Beim Blick in die digitale Anleitung fiel mir schnell auf, dass eine ganze Reihe von Bausteinen fehlen. Und trotzdem habe ich mit etwas Kreativität ein Modell zusammengesteckt.

So sah 1974 ein Schreibtisch aus. Mit einer Schreibmaschine und einem Sessel. Alles aus Lego-Steinen gebaut- Im Hintergrund steht noch ein Bücherregal.

Sofort fällt ein großer Unterschied zu heutigen Schreibtischen auf. Computer, Laptop, Drucker und Co. sucht man hier vergeblich. Es gibt aber eine schöne klassische Schreibmaschine.

Eine Schreibmaschine aus schwarzen Lego-Steinen mit einem Sticker, der die Tastatur nachahmt. Sehr dekorativer klassischer Look der 70er-Jahre.

Sie ist ganz einfach aus schwarzen Slopes gebaut und trägt einen Aufkleber.

Der Schreibtisch mit Sessel und Bücheregal lässt sich super mit Set 294 und Set 274 kombinieren. So entsteht ein gemütliches Wohnzimmer, das auch heute noch für Homeoffice-Arbeit genutzt werden könnte.

Man könnte sogar den Fernseher aus Set 274 zu einem Computerbildschirm umfunktionieren. Modularität und Klemmbausteine, liebe Freunde.

LEGO 290: ein klassischer Esstisch für die Home-Maker-Familie (1973)

Was darf in keiner Wohnung fehlen?

Ein Esstisch:

Die seltene Verpackung von Set 290 im Lego Collectors Guide gezeigt.

Die Bauanleitung von dem Set habe ich hier gefunden: LEGO 290 selber bauen

In Beates Baustein-Haufen waren die Sticker ein starker Hinweis auf das Set.

Blauer Esstisch mit passenden STühel aus Lego-Steinen.

Gut zu erkennen ist, das auch hier Bausteine fehlen. Wo einstmals vier Stühle waren, sind nun nur noch zweieinhalb. Der vordere Stuhl ohne Rückenlehne kann aber sehr gut als Hocker verwendet werden.

Oder man komplettiert das Set einfach mit ein paar blauen Basic-Bricks.

 

Ist da noch mehr? Weitere Home-Maker-Bausteine

Ja es waren tatsächlich auch noch ein paar Teile übrig. Schaut mal:

Aus diesen Bausteinen kann man noch viel mehr Möbel bauen. Seid kreativ!

Ist das nicht ein tolles Suchbild?! Erkennt Ihr noch weitere Sets?

Schreibt es gern in die Kommentare. Wir sind über jeden Hinweis dankbar.

Außerdem interessiert uns, wie Ihr die Home-Maker-Sets von LEGO findet. Habt Ihr vielleicht sogar eigene Erinnerungen?

Wir freuen uns, von Euch zu hören.

Bis dahin.

Wir lesen uns!

 

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4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Interessant dass bei Home Maker die Oberflächen studless glatt waren, wie heute fast überall. Deshalb sehen die Sets sehr zeitlos aus und vom Baustil garnicht wie 70er. Nur halt vom Möbelstil. Super auch der Aufkleber auf der Schreibmaschine der völlig schmerzbefreit über 2 slopes geht

    Antworten
    • basti_avatar
      Sebastian Beintker
      21. Juni 2022 6:45

      Hi Julius,

      ja die glatten Oberflächen finde ich auch extrem spannend für die Zeit. Ist uns auch sofort aufgefallen 🙂

      Beste Grüße
      Basti

      Antworten
  • Cornelia Lorenz
    11. Juli 2022 12:59

    Hallo Lego-Fachmann,
    ich habe bei der Wohnungsauflösung meiner Mutter ein Konvolut Lego aus den 70gern gefunden.
    Also mein (!) altes Spielzeug.
    Hättest du daran Intersse??

    Antworten
    • basti_avatar
      Sebastian Beintker
      23. Juli 2022 10:13

      Schönen guten Tag Cornelia,

      Du kannst uns gern über unser Kontaktformular anschreiben und eine Liste mit Deinen Sets schicken.

      Liebe Grüße
      Andy und Basti

      Antworten

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