Im Jahr 1978 kam innerhalb der LEGO®-Stadt-Reihe dieser Shell-Tanklastzug mit der Nummer 671 auf den Markt. Auf den ersten Blick wirkt das Modell seltsam, denn man kann die Minifigur nicht ins Fahrzeug setzen. Das war allerdings damals 1978 (im ersten Jahr der Minifigur) bei einigen Sets so. Das erste Automobil aus dem Stadtthema mit geschlossenem Dach ist der Linienbus aus LEGO-Set 379 von 1979. Hier passten der Fahrer und zwei Fahrgäste hinein. *Grins*
Basis-Infos: LEGO 671
- Name: Shell-Tanklastzug mit Fahrer (Shell Fuel Pumper)
- Set-Nummer: 671
- Erscheinungsjahr: 1978
- Themenbereich: LEGO Stadt, LEGO 70er-Jahre
- Produktionszeitraum: 1978-1982
- Vertrieb in: Deutschland, Europa, Canada und Australien
- Verkaufspreis (1978): 13,70 D-Mark
- Teileliste: 63 Teile + 1 Minifigur
- selber bauen: LEGO 671 Bauanleitung
- LEGO 671 kaufen: bei Ebay, bei Kleinanzeigen, bei Bricklink
Der Preis damals und heute
Das Set hat damals 10,00 bis 15,00 D-Mark gekostet. Ich habe ein Bild mit einem Preisschild gefunden. Dort ist ein Preis von 13,70 D-Mark angegeben. Bei 63 Teilen ergibt sich ein Teilepreis von 22 Pfenning pro Teil. Wow, das ist teuer.

Heute ist das Set ohne Box relativ gut zu bekommen, ab 15 Euro bei deutschen Bricklink-Händlern und ab 5 Euro bei Kleinanzeigen. Bei den meisten Angeboten sind die Aufkleber nicht mehr so schön, was allerdings kaum verwunderlich ist bei dem Alter des Sets.

Mit Box findet man es auch ab und zu mal. Ich habe zwei Sets mit Box bei Kleinanzeigen für 13 Euro inklusive Versand bekommen. Eins der beiden Sets hatte die bessere Box, eins die besseren Steine. „Kombiniere …“, meinte mal ein gewisser Nick Knatterton. *Zwinker*
Neu gibt es das Set aktuell (Stand Dezember 2025) bei Bricklink auch. Für schlappe 621,09 Euro aus Neuseeland.

Das kommt Dir schon teuer vor? Dann wird Dich die folgende Übersicht aus den Socken hauen: Die teuersten LEGO-Sets
Die EU-Box
Die Maße der Box sind: 19,5 x 9 x 3,7 Zentimeter. Die OVP hat also die drittkleinste Größe, die es von 1978 bis 1987 gab. Bis 1980 hatten die EU-Boxen noch keine LEGOLAND-Banderole links oben in der Ecke. 1978 gibt es noch keine Altershinweise und Barcodes auf den Boxen.

Auf der Vorderseite ist der Tanklastzug mit der Spielfunktion abgebildet. Der Hintergrund der Abbildung ist ähnlich dem ab Mitte der 80er. Straße, etwas Wiese und Himmel.
Auf der Rückseite der Box finden sich vier Alternativ-Modelle. Dazu noch ein Bild, wie man Reifen wechselt und wie die Minifigur den Tankschlauch in den Händen hält.

An der Oberseite befindet sich das Euroloch. Spannenderweise gibt es neben der gelben Box noch eine zweite Version, bei der die Oberseite nicht gelb, sondern im Design der Fronseite gehalten ist.

Die Unterseite der Box zeigt ein weiteres Bild des Sets, hier von der Seite, bei dem der Tankanhänger geschlossen ist. Dazu noch das Jahr, in dem das Set erschienen ist.

Geöffnet wurde die Box rechts an der schmalen Seite durch aufreißen.

Auf der linken schmalen Seite ist das Set ebenfalls noch abgebildet, von schräg oben.

Die Bauanleitung
Die Bauanleitung ist eine Faltanleitung. Sie ist unterteilt in 6 Bauabschnitte für die Zugmaschine und 7 für den Auflieger.

Auf der Rückseite (rechts im Bild) wird erst die Figur zusammengebaut, danach die Zugmaschine. Dann geht es mit dem Auflieger weiter bis Bauschritt 5. Auf der Vorderseite (links im Bild) ist das Frontbild zu sehen. Daneben sind drei weitere Sets abgebildet (LEGO 602, LEGO 623, LEGO 625) und die damals ganz neuen Straßenplatten (LEGO 300, LEGO 3001 und LEGO 302) sind zu sehen. Fun Fact: Kreuzungen kamen erst später auf den Markt.
Ich habe interessanteweise Bauanleitungen von zwei verschiedenen Hamburger Druckereien.

Die Minifigur
Im Set enthalten ist eine ganz klassische LEGO-Minifigur. Das Shell-Logo ist ein Sticker.

Bei späteren Sets mit Shell-Branding ab 1981 hatten die Tosos dann Drucke. 1978 waren die Torso innen noch komplett „hohl“. Anfang der 80er hatten sie dann innen eine Art Verstärkung (so würde ich es nennen). Wobei ich nicht genau weiss, ob es da einen harten Cut gab oder es eher ein fließender Übergang war. Bei den Händen ist es auch so, dass die ersten Versionen anders waren als die späteren, nämlich aus einem durchsichtigerem gelben Kunststoff.
Die Bausteine
Hier eine Übersicht der im Set enthaltenen Steine:

Es sind relativ viele Standardsteine enthalten. Abgerundete Teile sucht man vergebens. *Grins*
Die weißen Steine in meinem Set haben schon eine leichte Patina, fügen sich aber insgesamt noch gut ein. Besondere Steine für mich sind die rote 4×12-Platte, die kleinen gelben Fensterläden, der gravierte und mit Chrome bedruckte gelbe 1×4-Stein und die dicke schwarze Kordel, die als Tankschlauch dient. Die schwarze Kordel kommt nur in 5 Sets von 1978 bis 1979 vor. Darunter die Exxon-Variante des Tanklastzuges (LEGO 554) für den US-Markt in 1979.
Der Aufkleberbogen
Ja, damals gab es schon Sticker bei LEGO. Basti hat dazu eine spannende Frag-uns-Folge gemacht: Waren früher weniger Sticker in LEGO-Sets?

Die angebrachten Aufkleber sind natürlich nicht mehr ganz taufrisch, aber nach mehr als 45 Jahren ist das auch nicht groß verwunderlich. Zudem waren sie damals so „papiermäßig“ produziert und fassen sich heute etwas speckig an. Ihr sehr das auf den gleich folgenden Bildern. Es wäre mal spannend zu wissen, wie die Sticker in den Boxen aussehen, die heute noch ungeöffnet sind.
Bilder von Set 671
Der Aufbau geht recht schnell, die Bauanleitung lässt keine Fragen offen. Das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach sehen lassen. Die Spielfunktion mit den Fensterläden und dem Tankschlauch ist schön gelöst. Witzig ist das 1×1-Fenster im Inneren, an dem der Tankschlauch mit Knoten und Durchfädeln befestigt ist.


Alternativ-Modelle habe ich dieses Mal nicht für Euch gebaut, da die Sticker sonst Schaden nehmen würden. Wir können aber gemeinsam nochmal auf die schöne Rückseite der OVP schauen:

Die Alternativmodelle sind alle auch echt niedlich. Es gibt sogar zwei Fahrzeuge, in die man die Figur reinsetzen kann. Ok, es gibt da kein Lenkrad, aber wenn Raumschiffe aus der klassischen LEGO-Space-Reihe Lenkräder haben, dann geht das hier auch ohne. *Haha* Apropos LEGO-Weltraum: Schaut gern mal in die Themenseite zur LEGO-Raumschiffen und LEGO Space.
Fazit
Mir gefällt das Set sehr, auch wenn man die Figur nicht in den Tanklaster setzen kann. Das Set ist ein Stück Zeitgeschichte, aus den Übergangsjahren, in denen LEGO wohl noch etwas überlegen musste, wo es hingehen soll mit den Minifiguren und dazu passenden Fahrzeugen. Daher kann ich es verkraften, dass der Tanklastzug ohne Figur fährt. Autonomes Fahren quasi … *Zwinker*
Wie findet Ihr das Set? Kennt Ihr es? Hattet Ihr es? Kommentare sind gern gesehen!
Du möchtest die Arbeit von Steckkastenkrew.de unterstützen?
Dann schaut gern mal in unseren Merch-Shop. Dort gibt es coole Shirts, Tassen, Caps und Pullis. Es kommen immer wieder neue selbst entwickelte Designs dazu.














4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Sehr interessant. Wahrscheinlich gab es die „Kabinenteile“ wie Frontscheibe, Klappbares Dach , Lenkrad etc, noch gar nicht. Auch die Zapfpistole und kleine Seilwinde scheint es noch nicht gegeben zu haben.
Hi Hannes,
ja, das Klappdach gab es tatsächlich erst ab 1981. Das Lenkrad gab es aber schon ab 1978 🙂
Beste Grüße
Basti
Ein schöner kleiner Laster, hab ihn vor kurzem auch selber erst gebaut. Ich bin aber doch froh, dass die Figuren mittlerweile in die Fahrzeuge passen 😉
Absolut! Da bin ich voll bei Dir 🙂